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Die erste Dinnerparty in der neuen Wohnung – oder überhaupt die erste, nach der ich einfach ein Zimmer weiter ins Bett fallen konnte. Wie praktisch, dass Whitney gerade zu diesem Anlass eine Zwei-Liter-Flasche Wein mitgebracht hat. Ich glaube, so etwas hab ich noch nie zuvor gesehen. Und nein, es war kein Tetra Pak mit weißem Etikett drauf und der Schrift „Französischer Tafelwein“. Taz hat gekocht – Lasagne kanadische Art – und ich hab immerhin beim Gemüse Schnippeln helfen können. Und zwei Geburtstagskinder hatten wir auch: Whitney und Kristine sind beide 23 geworden. Dafür hat Leah sogar extra einen Kuchen bei Sainsbury’s gekauft selbst gebacken!
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Neue Wohnung, neue Überraschungen. Diesmal nur positive, wie schön. Zu erst einmal habe ich jetzt doppelt so viel Platz wie vorher, also statt sechs nun ungefähr zwölf Quadratmeter. Welch ein Gefühl – ich kann jetzt tatsächlich mehr als drei Schritte in meinem Zimmer gehen. Freiheit! Einen großen Kühlschrank haben wir jetzt auch, den kann ich schön mit meinen Weinflaschen und meinem Käse zubunkern, ohne dass sich jemand beschwert. Ist ohnehin noch niemand da, der sich beschweren könnte, außer einem walisischen Pärchen, das ich nie sehe. Dafür zieht am Sonntag Taz ein und dann kommt hier ein bisschen Leben in den Laden. In meinem Bad hat jemand lila Schafe an die Fliesen gestempelt, schön ordentlich. Kann man abkratzen – hab ich schon versucht, will ich aber nicht. Und das Beste: Eine Badewanne! Also kann ich jetzt Schafe zählen, während ich bade, herrlich.

Kleiner Scherz am Rande, der Aufmerksamkeit halber. Nein, eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Denn gestern habe ich ein vierwöchiges Praktikum bei APCO Worldwide angefangen – genauer gesagt, bei APCO Online. Im schönen, stickigen London, direkt am Covent Garden: Long Acre Nummer 90, wie Ihr auf dem Bildchen sehen könnt. Ja, damit habe ich auch nicht gerechnet und ich hatte 24 Stunden, mich darauf einzustellen, denn das Angebot kam ganz überraschend. Nach zwischenzeitlichen Panikattacken kann ich jedoch sagen, dass es absolut die richtige Entscheidung war, auch wenn ich meine Dissertation nun parallel und wahrscheinlich nachts schreiben werde. Oder während der vierstündigen Zugfahrt hin und zurück, zwischen schreienden Kindern und entnervten Pendlern, so wie mir. Ich pendle jetzt also ein bisschen zwischen Cardiff und London, aber kann wahrscheinlich auch Einiges von zuhause aus machen. Aber mein Dissertations-Supervisor hat sich sehr gefreut, also bekomme ich sicherlich den ein oder anderen Aufschub.
Mein Füße fühlen sich heute ziemlich tot an, denn ich habe mich tatsächlich den ganzen Tag in hohen Schuhen gequält. Und natürlich wusste ich nicht, dass man sich am Casual Friday gar nicht solchen Strapazen aussetzen muss. Da darf man auch mal Jeans tragen. Das wird wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen für mich: Meine abgewetzen Jeans und meine Turnschuhe im Schrank zu lassen. Aber freitags gibt’s nach der Arbeit sogar einen gemeinsamen Umtrunk auf der eigenen Sonnenterrasse. Die Kollegen konnte ich da schon mal ein bisschen kennen lernen, alle scheinen sehr nett zu sein und viele sind etwa so alt wie ich. So, und wer jetzt noch mehr wissen will, der kann sich hier ein ganz objektives Filmchen von APCO über APCO ansehen. Arbeitswelt – endlich komme auch ich! Und hier noch ein kleine Alltagssituation, an die ich mich wahrscheinlich von nun werde gewöhnen müssen (The Far Side Kalenderblatt vom 15. Juni):

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Vor allem nicht aus Panik/Wut/Verzweiflung über die Dissertation. Hat sich da wohl jemand gedacht und dieses Schild in unserem Computerraum an der Uni aufgehängt. Okay, ich habe ein paar chinesische Buchstaben abschneiden müssen, also steht da wahrscheinlich nur noch „scream“. Trotzdem will ich auch so ein Schild haben und es mir über den Schreibtisch ins Büro hängen, falls ich beides in naher Zukunft einmal haben werde. Bis dahin rufe ich mir die weisen Worte ins Gedächtnis, wenn ich in den kommenden zwei Wochen den ersten Entwurf meiner Abschlussarbeit zusammenbastle. Countdown: Nur noch fünf Wochen bis Deutschland!
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…von Ballsportarten jeglicher Art (außer Minigolf). Und erst recht keine Ahnung von Baseball, vor allem wenn ich mitspielen muss. Okay, das Spiel war nicht sonderlich professionell – mit leeren Bierdosen als Marken, einem Baseball-Kit aus dem Supermarkt, dem Spielfeld mitten im Park und der stets präsenten Gefahr, mit dem Ball den qualmenden Wegwerfgrill oder wahlweise zu langsame Fußgänger zu treffen. Nach ein paar Runden habe ich herausgefunden, dass es irgendwie so ähnlich wie Brennball funktioniert und man nur rennen darf, solange der Ball in der Luft ist. Oder so. Aber zumindest waren die anderen Mädchen etwa genauso gut wie ich, so dass die Jungs ungefähr drei Runden am Stück laufen konnten. Und das auch noch mit einem Bier in der Hand – ohne etwas zu verschütten. Welch eine Schmach! Aber wir sahen dabei wenigstens besser aus! So!




