Faleiry


Wales ade!
19. Juli 2007, 23:44
Gespeichert unter: Leben, Reisen, Studieren

Eigentlich wollte ich schon vor zwei Stunden im Bett sein, um mir wenigstens ein bisschen Schlaf zu gönnen. Aber wie immer, wenn man packt, kommt man doch nicht so richtig zur Ruhe. Heute früh um vier (in drei Stunden…) stehe ich auf und fahre nach Heathrow Airport – und dann geht es heim. Trotz Übergepäck habe ich natürlich Probleme, all mein Zeugs in zwei Koffern zu verstauen und das Auf Wiedersehen Sagen geht ja auch nicht so schnell. Gestern hatte ich eine wunderbare Abschiedsfeier im Woodville Biergarten und alle meine Freunde waren da (Fotos folgen). Ich habe einen riesigen Karottenkuchen bekommen, liebe Karten und sechs Pence (weil das in Großbritannien Glück bringt). Aber es war ja für die meisten auch nur ein vorübergehender Abschied, denn London ruft. Und dieser Blog wird auch nicht einfach in den Boden gestampft, ich schreibe schön fleißig weiter, auch von Deutschland aus. Und so lange bleibt auch der Titel noch „Valerie in Wales“, auch wenn der dann nicht mehr so gut passt. Im Herbst allerdings wird er dann wahrscheinlich umgetauft – in „Valerie in London“.



Unnützes Wissen
14. Juli 2007, 01:38
Gespeichert unter: Leben

revelations180.jpgWusstet Ihr, dass Rod Stewart vor seiner Rockstar-Karriere Totengräber war? Und George Harrison eine Elektriker-Lehre gemacht hat? Nein? Ich auch nicht. Jetzt schon – dank der 10th Anniversary Ausgabe der UNCUT und dem Book of Revelations, einer Ansammlung von unnützem Wissen über Rock und Roll. Darin findet sich zum Beispiel eine Liste von zehn Alben, die alle „Ten“ heißen, und eine der Künstler, deren Namen alle fünf Vokale enthalten. Oder eine willkürliche Aufzählung von Songs, die in den UK Top 40 Charts mal auf Platz 17 gelandet sind. Und Infos wie etwa, dass Nick Cave Gemälde von grinsenden Katzen sammelt und Gene Simmons Polaroids von 2.000 Sexpartnern. Und welche Lieder zufällig am 5. Juni in der UNCUT Redaktion gelaufen sind. Solch interessante Sachen eben, toll.

Falls es irgendwen interessiert, ich höre gerade die Red Hot Chili Peppers (eine der Bands, die nach Essen benannt sind, sagt das Buch der Enthüllungen) mit „She Looks To Me“ (wozu es leider kein Musikvideo gibt). Und daran, dass ich versuche, mir Teile des unützen Wissens zu behalten, kann man sehen, dass ich wieder ein bisschen Zeit habe. Ich habe sogar mal wieder die Sonne gesehen, kurz zwischendrin, als der Regenschleier für zwei Minuten aufgerissen ist. Und im Kino war ich auch, im neuen Harry Potter, der mir ausgesprochen gut gefallen hat, schön finster. Und einen chinesischen Glücksbringer hab ich heute, am Freitag, den 13., von Jo aus Shanghai auch geschenkt bekommen. Da kann ja nichts mehr passieren! Höchstes beim Packen…denn obwohl ich schon teures Übergepäck bestellt hab, hab ich so meine Zweifel, dass ich alles heimbekomme – vorsorglich schon mal sorry für die restlichen UNCUTs, Prinz Heinrich, ich glaube, die wiegen allein schon fünf Kilo. Aber die Ausgabe mit dem Book of Revelations ist den heimischen Rockern und Guitar Heroes sicher!



Heute in zwei Wochen…
6. Juli 2007, 23:10
Gespeichert unter: Leben

…bin ich wieder daheim in Deutschland. Ja, wirklich. Kaum zu glauben, dass die zehn Monate schon vorbei sind. Und ich freue mich auf meine Freunde. Auf meine Familie (echt!). Darauf, in der Kelkheimer Eisdiele San Marco mit Prosecco und einem großem Eisbecher draußen zu sitzen. Auf halb so teures, aber doppelt so gutes Essen. Körnerbrot und Brötchen, die nicht unter meinen Händen zu Krümeln zerfallen. Pünktliche Verkehrsmittel, die ich nicht benutzen werde, weil ich endlich wieder Auto fahren kann. Und das auf der richtigen Seite. Mit ganz lauter Musik. Ich freue mich auf Pfungstädter Radler und Biergärten. Darauf, Klamotten und Bücher kaufen zu gehen, ohne mich zu fragen, wie ich die bloß alle heimbekomme. Meine Playstation und darauf, endlich Final Fantasy XII spielen zu können. Und so viel mehr.

Was ich vermissen werde sind meine Freunde. Meine Mädchen. Sogar einige der Lehrer. Den Woodville Pub mit seinem zugewachsenen Innenhof. Walisische Lautsprecheransagen im Supermarkt. Gute Musik im Radio. Mövengekreische. Heyarightluv? Freundliche Menschen im Alltag. Die alten Ladies von der Rezeption. Den Forbidden Planet und Spillers Records. Vielleicht sogar abgepackte Sandwiches – aber nur die von Marks und Spencer. Und was noch zu tun bleibt, ist die Dissertation auf 22.000 Wörter zu kürzen, eine Woche Praktikum, eine lange Clubnacht mit den Mädels, meine Habseligkeiten in zwei Koffern unterzubringen und zu hoffen, dass Heathrow Airport nicht zufällig mal wieder geräumt wird, wenn ich von dort abfliegen soll.



Krisengebiet?
2. Juli 2007, 00:16
Gespeichert unter: Leben, Reisen

Auch wenn die deutschen Nachrichtenportale es so erscheinen lassen, als ob hier in Großbritannien gerade Terrorchaos den Alltag beherrscht, bekomme ich die Auswirkungen nicht so drastisch mit. Obwohl ich die letzten Tage in London verbacht habe und auch am Freitag in der Stadt war, ist ein anhaltendes Verkehrschaos das einzige, das die Normalität stört. Die Tube-Linien sind zum Teil gesperrt worden, der überirdische Londoner Innenstadtverkehr ist ziemlich zusammengebrochen und selbst mein Zug nach Cardiff hat komischerweise einige Male im Nirgendwo angehalten. Und neue Durchsagen an den Haltestellen gibt es auch: Alle Auffälligkeiten, vor allem natürlich herrenlose Koffer, sollen sofort gemeldet werden. Und nein, Angst habe ich keine, doch ich muss zugeben, dass sich ein gewisses Unsicherheitsgefühl übers Wochenende eingeschlichen hat. Reisewarnungen nach UK zu verhängen halte ich doch wirklich für eine Nummer zu übertrieben – denn mit Kriegs- oder Krisengebiet hat das hier nun wirklich nichts zu tun. Es sei denn, man ist auf die Tube angewiesen und muss sich mit 300 anderen genervten, geschwitzten und kofferbepackten Fahrgästen um ein notizzettelgroßes Fleckchen im Abteil prügeln. Da ähnelt die Situation manchmal durchaus einem Bürgerkrieg auf minimalstem Territorium.



Schnuffi auf hoher See
1. Juli 2007, 23:33
Gespeichert unter: Leben

schnuffi.jpg

Dieser schiefe, schlecht von mir abfotografierte Schnuffi steht hier heute dennoch, weil gestern Robert Gernhardt seinen ersten Todestag hatte. Und weil dieser zerknitterte Comicstreifen schon seit Jahren immer über meinem Schreibtisch hängt – wo auch immer der gerade steht.