Faleiry


Innovative, interactive und total creative!
30. November 2007, 00:40
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Meine Füße tun verdammt weh. Ich gewöhne mich einfach nicht an diese hohen Schuhe. Dafür habe ich mich heute einmal schick gemacht, und zwar für die British Interactive Media Awards 2007. David hat Karten organisiert, die ich mir sonst nie hätte leisten können. Und weil ich das Programm vom Tisch geklaut hab, weiß ich auch noch, welche Kategorien in den Londoner Midnight Gardens ausgezeichnet wurden. „Innovation“ zum Beispiel, oder beste Community, beste Micro Site und bestes Viral. Das tollste Online Game und das brillianteste interaktive Fernsehprogramm. Und noch eine Menge andere lustige Sachen. Der Moderator war fast unerträglich witzig, aber mit ein bisschen Wein lacht man dann doch. Ich verstehe sogar mittlerweile englische Witze, und das will was heißen. Die Männer waren entweder ganz schick im Smoking und Fliege unterwegs, oder ganz cool-werbeagenturmäßig mit offenem Hemd und ohne Schlips. Die Mädchen eben großbritannisch, also komisch. Unsere Tischnachbarn haben einen Award für ein Handyspiel bekommen, das sie selbst „farting soundboard“ nannten – ein Eichhörnchen, das komisch Töne macht und damit für saubere Luft wirbt. Was ein schöner Abend. Und weil ich jetzt weder innovativ, noch besonders kreativ sein kann, gehe ich jetzt ins Bett und hoffe, dass sich meine Füße bis morgen wieder erholt haben. Noch schöner: Morgen ist ist total interaktiver Turnschuhtag!



Frankfurter Salat und Musik aus Kasachstan
24. November 2007, 13:13
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Ich habe leider nicht rausbekommen, was „Frankfurter Salad“ sein soll. Aber hier, bei „Kastner and Ovens“ gibt es ganz leckere Sachen und meistens holen wir hier uns hier unser Mittagessen. Und: Sie haben auch gutes Brot, und das will was heißen!

Gestern Abend war ich mit meinen Kollegen Aude (Frankreich), Paolo (Italien), Paul (UK) und Flora (Frankreich) für ein paar Freitagabend-Drinks in der Sun Tavern und danach auf einer Privatparty. Die Wohnung hatte wirklich Spukschloss-Charakter: direkt am Hype Park, Altbau, riesengroßer Kamin, alte Bilder, goldene Kerzenleuchter und ein bisschen staubig. Dann kam irgendwann ein Kerl mit einem Blumenstrauß in der Hand von draußen durchs Fenster geklettert. Tja…

Ich bin ürbigens durch die Arbeit über recht interessante Musik aus Kasachstan gestolpert. Ulytau (ich glaube, das ist der Bandname…) sind wirklich gar nicht so übel und klingen ein bisschen wie unsere Mittelalter-Rocker – und die Geigerin ist ziemlich hübsch ;o) Hier das Video, viel Spaß!



Ich bin jetzt ein richtiger Londoner!
18. November 2007, 15:49
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Sagt jedenfalls Taz, mit der ich zusammen studiert habe und die jetzt auch in London wohnt. Dafür gibt es zwei Gründe. Nummer Eins: Seit gestern habe ich eine Oyster Card. Damit kann ich angeblich billger U-Bahn fahren (aber keiner weiß, wie billig) und muss nicht immer ein Ticket ziehen. Oyster Card-Inhaber sind die Leute, die immer schnell durch die Schranken kommen. Das war für mich immer ein Mysterium. Jetzt habe ich selbst eine.

Nummer Zwei: Ich habe mein erstes Konzert besucht. Guter Londoner Underground-Indie-Ethno-Rock, oder so. In der Bar Fly in der Innenstadt. Taz’ Freund Rob hatte mit seiner Band Runner einen Gig dort – er ist übrigens der Gitarrist, auf dem Bild ganz links. Sechs Pfund Eintritt, vier Bands, in einem Kellerloch. Eigentlich ganz cool. Ein bisschen wie das Nachtleben in Frankfurt. Das Lied, das mir am besten gefallen, ist so neu, dass es noch nicht einmal einen Namen hat. Im Nachtleben hat übrigens auch schon der Bandkollege von meiner Mitbewohnerin Anne-Marie gespielt, habe ich heute erfahren. James spielt bei Nemo und die touren ganz fleißig durch Deutschland. Das Album hat er mir heute in die Hand gedrückt und es liegt jetzt hier auf meinem Schreibtisch, ich bin gespannt. Ein bisschen neue Musik, vor allem live, tut ganz gut, um aus dem Alltagstrott rauszukommen.



Wenn ich mal nicht weiterweiß…
17. November 2007, 10:45
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…dann gehe ich am besten zur Hellseher-Lebensberatung, die jeden Tag in diesem Bus in der Straße vor unserem Büro campiert. Die bieten auch Tiefenmeditation oder so etwas an. Ich frag mich, ob das in dem Bus stattfindet. Stelle ich mir sehr beruhigend vor, so direkt an einer Hauptverkehrstraße am Covent Garden. Tagsüber Geschäftleute und Taxis, nachmittags Musiker, Künstler und Taxis, abends Partygänger und noch mehr Taxis. Und zwischendrin ein bisschen meditieren und Kartenlesen.

Am Donnerstag war ich beim ersten Pub Quiz meines Lebens. War zwar keine einschneidende Erfahrung, aber recht interessant und Teil der britischen Kultur. Man sitzt in Teams zusammen in einem Pub, trinkt und beantwortet Quizfragen. Unser Team ist Zweitletzter geworden. Also haben wir nicht den Firmen-Quiz-Pokal gewonnen und auch keinen Schampus. Hätte ich vorher bloß mal den Hellseher besucht.



Run Baby, Run!
13. November 2007, 22:53
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gow180-2.jpgSie läuft und ich freu mich. Meine Playstation hat die Reise gut überstanden und hat seit heute auch endlich einen Fernseher! Sonntag hab ich erfahren, dass der Laden, in dem ich meinen Schreibtisch gekauft habe, für fünf Pfund auch nach Hause liefert. Das wäre halb so viel wie das Taxi gewesen. Naja, diesmal war ich schlauer. Auch beim Zusammenbauen des Fernsehtisches hab ich nicht gleich etwas kaputtgemacht. Der Fernseher geht zwar noch nicht – ich glaube, ich mach das mit der Antenne falsch. Egal, Hauptsache, die Playstation läuft!



Boom oder kein Boom?
12. November 2007, 22:36
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Erst dachten wir, da hätte wieder jemand ein wichtiges politisches Gebäude oder wahlweise einen Bahnhof in die Luft gesprengt. Hier der Blick aus unserem Büro am Covent Garden, heute Mittag gegen 12 Uhr. Sah ziemlich verdächtig nach einem großen Bumms aus, auf den ersten Blick. Weder BBC noch SKY News haben etwas berichtet und es dauerte eine geschlagene halbe Stunde, bis dann endlich die Meldung kam: Kein Anschlag, bloß eine brennende Lagerhalle. Da haben alle nochmal Glück gehabt, nur die Pendler der Northern Line nicht. Die saßen im Qualm fest, bevor die U-Bahn ganz dicht gemacht wurde. Wie schön, dass ich nur Zug fahre.



Level 1: Completed
10. November 2007, 21:29
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Ich hatte erst überlegt, ob ich dieses Bild als Header für den neuen Blog nehme, aber irgendwie war es mir viel zu hektisch. Allerdings passt es perfekt zu dem, was ich die erste Woche so erlebt habe. Eigentlich habe ich gar nichts erlebt. Jedenfalls nichts furchtbar Aufregendes, abgesehen von der neuen Arbeit. Denn die große, tolle Stadt London habe ich nur zwischen Zuhause, Zug, Weg zur Arbeit am Covent Garden und wieder zurück gesehen. Könnte auch Kelkheim sein. Das angebliche Wahnsinnsereignis, wenn auf der Oxford Street die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet wird, hab ich verpasst. Das war Mittwoch und da war ich bis zehn im Büro.

Ich stehe jeden Morgen um Sieben auf – für meine Verhältnisse mitten in der Nacht. Ich lasse Jeans und Turnschuhe im Kleiderschrank und mache mich stattdessen schick. Ich nehme den Zug um kurz nach Acht und fahre von Hither Green 20 Minuten bis zur Haltestelle Charing Cross. Der Zug ist vollgepackt mit Leuten, also stehe ich und versuche, nicht umzufallen. Während der Fahrt lese ich die kostenlose Zeitung „Metro“, abends „thelondonpaper“ – meistens über Tote und Stars oder beides. Ich hole mir in einem Laden, den die Briten als Bäcker bezeichnen, etwas, das die Deutschen als Eierweck bezeichnen würden, für 1,20 Pfund. Ich rauche eine Zigarette am Covent Garden, wo gegen Neun der Markt aufgebaut wird. Dann gehe ich ins Büro. Diese Woche habe ich meist damit verbracht, die Kollegen in London und Washington DC kennen zu lernen. Ich habe schon meine Visitenkarten und da steht „Project Associate, Online“ drauf. Abends, ein vager Begriff, spring ich nochmal kurz in den Tesco, um etwas zu essen zu kaufen, und fahre wieder heim. Dann fall ich ins Bett und schlafe.

Heute habe ich endlich Wäsche gewaschen und einen kleinen Schreibtisch gekauft. Letzteres ist ein schwieriges Unterfangen, wenn man kein Auto hat und allein ist. Das hat mich etwa drei Stunden gekostet, eine Menge Nerven und ein schließlich ein Taxi für elf Pfund, auf das ich eine weitere Stunde gewartet habe, nachdem ich noch samt Schreibtisch eine halbe Stunde in der Schlange vor dem Geldautomaten gewartet habe, um das Taxi bezahlen zu können. Jetzt habe ich gerade das blöde Teil zusammengeschraubt, ein gutes, deutsches Beck’s getrunken und Ringsgwandl gehört. Da ging’s mir gleich besser.

Gestern war ich immerhin mit Lauren und Whitney, beides Ex-Komilitonen aus Cardiff, im Covent Garden aus. Da habe ich für einen ganz kurzen, ungreifbaren Augenblick realisiert, dass ich in London bin. Und schon eine Woche. Ich würde sagen, ich habe Level 1 geschafft.



Die Fünf…
6. November 2007, 23:04
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…ist zwar keine besondere Zahl, aber ich habe vorher noch nie in einem Haus mit der Nummer Fünf gewohnt. Naja, so wahnsinnig oft bin ich ja auch noch nicht umgezogen, als dass sich die Zahlen schon doppeln müssten. Außerdem habe ich auch am 5. November zu arbeiten angefangen, dem Guy Fawkes Day. Da feiern die Briten entweder, dass Guy Fawkes es nicht geschaff hat, das Parlament in die Luft zu jagen, oder aber, dass er es versucht hat. Das weiß irgendwie auch niemand so genau. Jedenfalls ist soweit alles in Ordnung, und regnen tut’s auch noch nicht so richtig. Ich könnte so viel schreiben, aber dazu bin ich jetzt zu müde und das Internet funktioniert erst seit heute (die waren viel schneller als die Telekom! Nicht, dass da viel dazugehört…). Ein paar Bildchen hab ich aber schon gemacht – immerhin. Bald folgt mehr, versprochen.