Faleiry


Zumutung
April 27, 2008, 11:05
Gespeichert unter: Leben, London | Schlagworte:

Das erlebe ich immer und immer wieder, diesmal am Freitag während eines Arztbesuches in Deutschland: “Wo arbeiten Sie denn?” – “In London.” – “Oh, wirklich? Das ist ja fantastisch, wie beneidenswert!” – “Nein, eigentlich ist das katastrophal.” Und wieder hole ich aus und erzähle, dass ein Wochenende in London sicher ganz nett sei, aber dort zu leben, mehr an ein kontinuierliches Desaster grenzt. Glaubt mir nur keiner. Nur die Süddeutsche. Heute habe ich im Flieger von Frankfurt nach London die Reportage auf Seite Drei gelesen. “Mr. Strike geht arbeiten” heißt die Geschichte und handelt davon, wie ein führender Postangestellter sich jeden Tag durch die Stadt quält. Von dem vielfältigen Kulturangebot, den tollen Kneipen, dem Nachtleben und sonstigen Dingen, die da ständig angepriesen werden, bekommt er wenig mit. Das kann er sich nämlich nicht leisten. Oder verpasst es, weil die Züge einmal wieder streiken und alles zusammenbricht. “Ich bin wegen der Arbeit gekommen, nicht wegen der Lebensqualität. Wenn mir jemand eine vergleichbare Arbeit anderswo böte, auch wenn sie nicht so gut bezahlt ist – ich wäre morgen weg”, sagt Mr. Strike. “Großbritanniens Metropole gibt sich hip und schick, schillernd und reich, doch für die meisten Bewohner ist sie tagtäglich eine einzige Zumutung”, schreibt die Süddeutsche. Und ich könnte nur vor Freude schreien: Danke!


2 Kommentare bis jetzt
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Kommentar von 7an

Leider habe ich den Artikel nicht als Datei – ich hab ihn doch tatsächlich in der Print-Ausgabe gelesen, die ich am Flughafen mitgenommen hab ;-)

Kommentar von faleiry




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