Toll, wenn man ein drittes Zimmer hat, in das man einfach alles reinwirft, was man nicht sehen mag. Das bleibt auch sicherlich bis Weihnachten so – oder so lange, bis ich einen Schreibtisch habe und Platz machen muss. Sonst wird es hier langsam ein bisschen wohnlich und mit neuerdings schwarzen Vorhängen auch ein bisschen gruftig. Hübsch. Gestern war ich auch das erste Mal aus, im bestimmt superhippen Lido Club in Kreuzberg (schicke Tapeten… genauso wie auf der Website…. ich glaube jedenfalls, eine Berliner Tapeten-Abneigung auch bei Dunkelheit entwickelt zu haben). Ziemlich Elektro, aber ganz nett. Und wer spielte? Der, ähm, interessante Typ mit dem Zylinder und zu kurzem Gehstock aus London, dem ich fälschlicherweise damals einen Hinkefuß statt modischen Stil attestiert hatte. Irgendwie ist hier alles voll alter Bekannter aus England, obwohl ich eigentlich außer drei Leuten noch niemanden so richtig kenne. Aber irgendwie siedeln sie gerade alle über. Kann ich auch keinem Londoner übelnehmen, denn hier kostet die Pizza 3,50 Euro und die Bratwurst 80 Cent!
Und ein neues Blog-Design noch dazu! Nach viel zu langer Zeit melde ich mich zurück – und jetzt auch wieder regelmäßig. Denn jetzt gibt es auch wieder was zu erzählen: Der vierte Tag in Berlin, noch lebe ich zwischen Kisten in meiner neuen Wohnung in Kreuzberg, aber das wird schon. Das beste: Ich habe wieder Platz und habe nach mehr als zwei Jahren endlich mal wieder ein Blick auf mein Hab und Gut werfen können. Fast 40 Kisten, davon sicher mehr als die Hälfte voller Bücher… Deswegen hab ich auch mal wieder ein neues Ikea-Regal angeschafft (Expedit!) und mir danach geschworen, nie mehr so ein Monster aufzubauen. Ansonsten habe ich feststellen müssen, dass meine tollen neuen Vorhänge irgendwie eher pink als dunkelrot aussehen, der Italiener von nebenan aus Wiesbaden ist und bessere Pizza als Nudeln macht, unten in Neukölln irgendwann die deutsche Beschilderung aufhört, und ein paar Straßen weiter der Swingerclub „Zwanglos III“ sowie die Schwulenkneipe „Ficken 3000″ ist. Außerdem reden die hier alle ziemlich komisch und je öfters ich „icke“ höre, desto lauter will ich nur schreien: „Icke?!? Was soll das denn für ein Wort sein! Icke klingt einfach ätzend! Red hochdeutsch, Mann!“ Mehr weiß ich noch nicht über mein Umfeld, aber das langt ja erst mal. Willkommen in Berlin!




