Faleiry


Besiege Deine Angst!
22. Februar 2009, 18:26
Gespeichert unter: Berlin, Leben

hoehenangst150Der Dame, die 131 Stufen vor der Aussichtsplattform wegen Höhenangst aufgegeben hat, kann ich sagen: Ich hab’s geschafft und die Angst besiegt! Und zwar dort, wo sie vor gut zehn Jahren begonnen hat – auf der wackeligen Siegessäule. Einmal um das Plateau herum hab ich es zwar nicht gepackt, aber immerhin ein paar Schritte aus dem Treppenhaus heraus. Naja, es ist ja nicht wirklich die Höhe, sondern Tiefe und Weite und nichts drumrum – macht das Sinn? Irgendwie nicht, ich weiß. Freefall-Tower fahren macht mir nämlich einen Heidenspaß.

Heute haben wir uns also spontan dazu entschlossen, die „Goldene Else“ zu erklimmen. Danach noch ein bisschen Touri-Tour ans Brandenburger Tor, die East Side Gallery und das Holocaust-Mahnmal. Nächstes Wochenende geht’s mit der Firma nach Polen ins Riesengebirge – und zu der ersten Snowboard-Stunde meines Lebens. Wie kann man auch besser Team-Building betreiben, als wenn man den ganzen Tag mit dem Gesicht im Schnee liegt? Das wird ein Spaß!



Lost in Transition
15. Februar 2009, 23:00
Gespeichert unter: Politik, Reisen | Schlagworte:

obama200Während gefühlten 20 Stunden Flughafenaufenthalt zwischen Berlin, Zürich, Zürich, Berlin, München, München und Berlin stößt man doch auf so manche Kuriosität, die sich schnell noch fotografieren lässt, bevor der ver- und wieder enteiste Flieger endlich abhebt: Da haben die bayrischen Zeitungskioskbesitzer das Sonderheft zu Barack Obama doch glatt in der Kategorie Science Fiction/Fantasy eingeordnet. Absicht oder nicht? Das konnte ich leider nicht mehr fragen, denn die Shoppingmeilen unserer Metrolpolen-Flughafen schließen alle pünktlich zwischen 21 und 22 Uhr. Da hat sogar der Kelkheimer Rewe-Markt länger auf.



Fashion, Frolics & Fun
8. Februar 2009, 19:11
Gespeichert unter: Berlin, Kunst, Leben

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Heute war ich auf einem kleinen, aber feinen Fashion- und Party-Flohmarkt am Prenzlauer Berg. Meine Beute: zwei Röcke, ein Gürtel und zwei selbstgebastelte Schmuckstücke aus Kinderspielzeug. Meine Kollegin und ihre Freundin hatten mit Schokolade und Prosecco Besucher an ihren Stand gelockt. Ansonsten gab es selbstgebackene Kuchen, interessante Deckenbeleuchtung und viel unnützes, aber hippes Berlin-Mitte-Zeug. Irgendjemand Bekanntes aus UK wurde von einem Kamerateam beim Szene-Shopping gefilmt und überhaupt war wieder alles voller Engländer.

Gestern war auch wieder Anne-Marie zu Besuch aus London da, zum Recording und für einen kleinen Gig. Wir haben zusammen unsere Höhenangst überwunden und sind mitten in der Nacht 17 Stockwerke mit dem Glasaufzug ins Solar gefahren. Dort war ich ja bis jetzt nur tagsüber und der Ausblick ist bei Nacht sogar fast noch schöner. Für sie habe heute ich auch den Kinderspielzeug-Schmuck erstanden – als Dankeschön für einen Satz wunderschöner Londoner Gothic-Kerzen und ein rotes Feuerzeug mit der Aufschrift „Buy your own bloody fags“.

Und noch eine kleine, nette Anekdote aus dem Rauchen-in-Berlin-Kapitel: In einer kleinen, siffigen Rock’n'Roll Kneipe in Kreuzberg, die die Besucher mit einem Schild darauf hinweist, dass Hunde nicht auf den Stühlen sitzen dürfen, frage ich sicherheitshalber noch einmal nach: „Bei Euch darf man doch rauchen, oder?“ Die Bedienung schaut mich an und zuckt mit den Schultern: „Solang Ihr nicht vom Ordnungsamt seid, klar!“



Work hard, play hard
3. Februar 2009, 22:15
Gespeichert unter: Berlin, Kunst, Leben

absturzgefahrTrotz arbeitsintensiver Wochen endlich wieder einmal ein bisschen herumgekommen in der Stadt, und einige Fleckchen gesehen, die schon etwas länger auf der Wunschliste standen: etwa das Schwarze Café in Charlottenburg, der Flohmarkt am Mauerpark, die Haifischbar im Bergmannkiez, das KaDeWe (samt Absturzgefahr-Türen, die sich leider nicht öffnen lassen, und Berliner Prominenz wie Starfrisör Udo Walz oder Tatort-Kommissarin Simone Thomalla) und der Sage-Club. Letzterer ist für Metalheads an einem Donnerstagabend wohl die erste Adresse in Berlin: Ein Dekodrache über der Tanzfläche, der passend zur Musik Feuer speit, nebenan eine kleine Konzerthalle mit Livemusik und einer Pool-Area ohne Pool. Die Wandgemälde sind auch, ehm, außergewöhnlich: Nackte, gehäutete Elfen und Kamasutra-Szenen, dazwischen ein paar Monster. Die Räumlichkeiten teilt sich das Sage mit dem Fetisch-Club KitKat, was auch die Einrichtung und einige der Kunstobjekte erklärt.

Ansonsten schlage ich mich gerade mit meiner Anzeige wegen Sachbeschädigung herum – dem Außenspiegel, der mir während des In Extremo-Konzert abgetreten wurde. Hierzu habe ich einen interessanten Fragebogen von der Berliner Polizei geschickt bekommen. Wörtlich: „Gegen Sie bitte die Atr der Beschädigung.“ oder „Kenne Sie die Täter?“ Ob nur die Kreuzberger Polizei so einen Mist zusammenschreibt?

Trotzdem werde ich immer daran erinnert, was ich an Berlin so schätze: Im Room 77, einem mit Berliner Sperrmüll eingerichteten Tex-Mex-Restaurant, in dem an diesem Abend ein Keith-Richards-Double Stoner-Rock Classics auf der Gitarre plänkelt, stellt die Bedienung einen Aschenbecher auf den Tisch: „Ach, darf man bei Euch rauchen?“, frage ich überrascht. „Dürfen nö“, sagt die Bedienung. „Aber wir tun’s einfach.“