Faleiry


Ich bin ein Berliner!
28. April 2009, 23:00
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Und zwar seit heute Mittag, Punkt zwölf. Da musste ich mitansehen, wie sie auf dem Bürgeramt Kreuzberg einen Aufkleber über meinen Personalausweis geklebt haben. Kelkheim ist passé, jetzt bin ich ein Hauptstadt-Bürger. Zum ersten Mal habe ich meinen hessischen Hauptwohnsitz aufgegeben: Jetzt ist es also aus mit den zahlreichen, vergeblichen Versuchen, Roland Koch endlich von der politischen Bildfläche verschwinden zu lassen. Die Hoffnung habe ich nunmehr vollkommen aufgegeben, obwohl ich ja zwischenzeitlich sehr zuversichtlich war. Vielleicht ist es auch deswegen ein guter Zeitpunkt, sich neuen Herausforderungen zu stellen (und nicht nur, weil ich nur an meinem Hauptwohnsitz den Antrag auf Erweiterung der Fahrerlaubnis stellen kann…).

Anfangen mit dem richtigen Berliner-Sein werde ich am kommenden Freitag, dem 1. Mai, der ja bekannterweise in Berlin recht turbulent vonstatten geht: Rechte Schwachköpfe gegen linke Steinewerfer. Also geht’s dann auf zum Straßenschlachten-Watching auf der Oranienstraße, nachdem ich mein Auto ganz, ganz weit weit geparkt habe. Die Blechleichen, an denen ich gestern auf meinem Weg von der Autobahn über Tempelhof nach Kreuzberg vorbeigefahren bin, waren erst der Vorgeschmack auf das Wett-Abfackeln dicker Karossen. Nicht dass mein Kistchen da gefährdet wäre, ich will einfach nur nicht, dass es zufällig nebendran steht. Oder vor einer Deutsche Bank-Filiale. Oder einem Subways. Oder, oder, oder… Irgendwie bleiben da nicht sehr viele Parkmöglichkeiten.



Ausblick
19. April 2009, 21:40
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Dieses Bild habe ich nicht etwa diese Woche in Madrid, sondern heute Nachmittag im Berliner Club der Visionäre gemacht. Madrid hatte etwa 15 Grad und Regen, Berlin dagegen zehn Grad mehr und Sonne. Trotzdem war das spanische Festland, eine Premiere für mich, beeindruckend schön und lebendig. Erst dort, zwischen all den durchgestylten Bars und der hübschen Ordnung in den Straßen, habe ich gemerkt, wie runtergerockt und siffig doch Berlin ist. Nicht schlechter hip, nur anders hip. Das Hotelzimmer im 22. Stock mit Blick über die Stadt – und das auch aus der Badewanne – schlägt meine Bleibe in Kreuzberg allerdings um Längen. Meiner Motivation, Spanisch zu lernen, hat der Kurztrip auch gut getan: Den CD-Sprachkurs habe schon einmal aus der letzten Ecke meines Bücherregals geholt und auf den Tisch gelegt, auf dass er mich nun jeden Tag vorwurfsvoll anschauen wird. Wie meine Gitarre. Das ist doch schon mal ein Anfang.



Verkehrslage
14. April 2009, 22:20
Gespeichert unter: Leben, Reisen

Nach gefühlten (und fast tatsächlichen) zwei Tagen auf der Autobahn – einer hin und einer zurück von Frankfurt – ist der Berliner Stadtverkehr doch recht erfrischend. Dazu muss man sagen, dass die „Rushhour“ hier nicht etwa wie gewöhnlich zwischen 8 und 9 Uhr morgens stattfindet, sondern eher zwischen 10 und 12 Uhr. Dann nämlich, wenn die nicht arbeitende Bevölkerung, die in dieser Stadt deutlich überwiegt, aufgestanden ist und zum Einkaufen fährt.  Ich will mich ja nicht beschweren, schließlich passt mir das ganz gut, links abbiegen und parken darf man hier außerdem auch überall.

Am Donnerstag geht es statt auf die Autobahn zur Abwechslung mal wieder an den Flughafen und von dort aus nach Madrid – leider nicht zum Urlaubmachen, sondern beruflich, aber immerhin raus. Ich kann zwar nur ein Bier auf Spanisch bestellen und nicht mal ein zweites, aber das muss es tun. Hoffentlich gibt’s endlich eine Gelegenheit für neue Bilder, die Regenfotos kann ich ja schon nicht mehr sehen. Schließlich bin ja schon zum ersten Mal dieses Jahr verbrannt und halte seitdem den Sunblocker LSF 50 bereit. Juchu, das ist das Zeichen: Der Frühling ist da!



Faleiry im Klonland
5. April 2009, 20:54
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Ein Wunder, dass sie mich überhaupt reingelassen haben ins Klonland, alias Felix, der Schickeria-Club und sozusagen das P1 von Berlin. Das lag wahrscheinlich dran, dass ich auf der Gästeliste stand, zusammen mit meiner Kollegin, die dort früher mal in der „Dom Perignon VIP-Lounge“ gearbeitet hat. Irgendwie hatte ich eine Art Frankfurter Polohemdkragenhochsteller und Guccimiezen-Mischung erwartet, aber was mir im Felix begegnete, war einfach nur ein Potpourri aus Möchtegernprolls mit Payback- statt goldenen Kreditkarten und Minderjährigen in billigen Glitzerkleidchen auf Acht-Zentimeter-Stelzen. Die sind wahrscheinlich auch nur deswegen nicht umgefallen, weil es so brechend voll war. Dem Publikum entsprechend, oder vielleicht auch einfach wegen der unschlagbaren Berliner Preise, kostet dort ein ein Bier halb so viel wie eine Cola im Frankfurter Living und ein Wodka Red Bull genauso viel wie im Kelkheimer City Club. Naja, und sollte sich tatsächlich doch einmal ein millionenschwerer Promi dorthin verirren, gibt es noch die obligatorische Flasche Edelbizzelbrause für 4.000 Euro. Legen wir das das also unter „Erfahrungen, die der Mensch nicht braucht“ ab. Schließlich bin ich ja nur dort hingegegangen, um heute sagen zu können: Ich war da! Tja, das erste und wohl auch letzte Mal. Das nächste Mal doch lieber wieder ins Sage.



Auf der re:publica’09
3. April 2009, 23:37
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Drei Tage re:publica’09 sind vorbei und zumindest bin ich ein bisschen schlauer als vorher, auch wenn das nach den ersten Sessions nicht danach aussah. Im letzten Jahr bin ich noch aus London eingeflogen, diesmal war die Anreise nicht ganz so weit. So war ich auch zum ersten Mal im Friedrichstadtpalast, auch wenn leider ausnahmsweise keine Mädchen die Beine geworfen haben (tatsächlich soll es dort die längste Girls Line der Welt geben). Dafür saß ich immer schön draußen auf der Treppe in der Sonne, habe sehr guten Mitte-Falafel gegessen und Radler getrunken. Die „Schwule Mädchen“-Party mit dem Fettes Brot-DJ-Set war auch nicht so übel. Dazwischen einige interessante, aber überwiegend nicht so interessante Sessions. Die Debatte Blogger vs. Journalisten wie immer unumgänglich, aber es gab auch durchaus coole Beiträge, etwa der der Gründer der „Atheist Buses“ Kampagne. Schön, dass Redner John Worth auch noch ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich grüße keinen Gott“ anhatte. Die re:publica hat ihn auch gleich dazu inspiriert, ein re:publica-Busschild zu designen – sehr schön:

atheistbus