Und zwar seit heute Mittag, Punkt zwölf. Da musste ich mitansehen, wie sie auf dem Bürgeramt Kreuzberg einen Aufkleber über meinen Personalausweis geklebt haben. Kelkheim ist passé, jetzt bin ich ein Hauptstadt-Bürger. Zum ersten Mal habe ich meinen hessischen Hauptwohnsitz aufgegeben: Jetzt ist es also aus mit den zahlreichen, vergeblichen Versuchen, Roland Koch endlich von der politischen Bildfläche verschwinden zu lassen. Die Hoffnung habe ich nunmehr vollkommen aufgegeben, obwohl ich ja zwischenzeitlich sehr zuversichtlich war. Vielleicht ist es auch deswegen ein guter Zeitpunkt, sich neuen Herausforderungen zu stellen (und nicht nur, weil ich nur an meinem Hauptwohnsitz den Antrag auf Erweiterung der Fahrerlaubnis stellen kann…).
Anfangen mit dem richtigen Berliner-Sein werde ich am kommenden Freitag, dem 1. Mai, der ja bekannterweise in Berlin recht turbulent vonstatten geht: Rechte Schwachköpfe gegen linke Steinewerfer. Also geht’s dann auf zum Straßenschlachten-Watching auf der Oranienstraße, nachdem ich mein Auto ganz, ganz weit weit geparkt habe. Die Blechleichen, an denen ich gestern auf meinem Weg von der Autobahn über Tempelhof nach Kreuzberg vorbeigefahren bin, waren erst der Vorgeschmack auf das Wett-Abfackeln dicker Karossen. Nicht dass mein Kistchen da gefährdet wäre, ich will einfach nur nicht, dass es zufällig nebendran steht. Oder vor einer Deutsche Bank-Filiale. Oder einem Subways. Oder, oder, oder… Irgendwie bleiben da nicht sehr viele Parkmöglichkeiten.
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