Spinal Tap ist großartig, aber Anvil ist großartiger – und echt! Und obwohl ich mir vorgenommen habe, ein kleines Päuschen einzulegen, muss ich das unbedingt noch loswerden. „The Story of Anvil“ ist sicher einer der besten Rock-Dokumentarfilme, die es gibt. Inspirierend, mitreißend und berührend – da schlägt das Metalherz höher. Deswegen schicke ich mich und Euch mit diesem Trailer in die kurzen Ferien. Rock on!
Faleiry macht nun ein paar Tage Ferien von der Kiste, die mich ansonsten von morgens bis abends fest im Griff hat. Deswegen geht’s nun aus dem trüben und nach wie vor kalten Berlin ab ins sonnige Barcelona! Die Sonne und einige sicherlich schöne Bilder bringe ich mit. Und weil ich ja doch noch nicht so tired of using technology bin, wie das ein trübseliger Junge jeden Tag im Radio kundtut, werde ich mobil bestimmt fleißig microbloggen – also twittern, für die, die der Sucht noch nicht verfallen sind. Bis bald hier, auf Twitter, in Berlin oder irgendwo dazwischen!

Auch eine kurze Reise nach Frankreich ist gut fürs Gemüt, selbst wenn es eigentlich nicht Frankreich ist, sondern bloß Paris. Auch nach einigen Jahren, die zwischen meinem letzten Parisbesuch und dem jetzigen liegen, kann ich noch alle Klischees bestätigen: Sehr gutes Essen, noch besserer Wein, und der schon mittags. Hinzu kommt neues, hippes und böses Teufelszeug namens „Prune“, also Pflaumenschnaps und noch wenigere Optionen für Vegetarier, als ich in Erinnerung hatte. Unzählige Touristen und noch mehr Souvenir-Verkäufer. Geschätzte fünf Millionen Eiffelturm-Miniaturen, von denen ich für 50 Cent zerknirscht eine mitgenommen habe, nachdem ich sie und den Bottich ihrer Klone fotografiert habe. Und noch eines hat sich nicht geändert: Zwar kann ich drei Stunden am Stück Achterbahn fahren, doch eine halbstündige Taxifahrt durch die französische Hauptstadt lässt selbst mich grün anlaufen.
Gespeichert unter: Berlin, Leben | Schlagworte: Cy Twombly, Karneval der Kulturen
Wenn mann morgens um sechs nach dem längsten Arbeitstag, den man haben kann – 24 Stunden – von der Firmen-Sommerparty nach Hause kommt, will man nicht wirklich feststellen, dass genau vor seinem Haus über Nacht ein Kinderkarrussel aufgebaut worden ist. Und eine Weltmusik-Bühne, ungefähr sechs Cocktailstände und diverse andere Attraktionen. Doch das böse Erwachsen kommt erst dann, wenn zwei Stunden später, um acht Uhr morgens der Soundcheck beginnt – mit Whitfields „Saturday Night“ und anderen vergleichbar haarsträubenden Karrussel-Hits der Neunziger. Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe ich bereut, zufällig genau in das Epizentrum des Berliner Karnevals der Kulturen gezogen zu sein. Selbst mit Ohrstöpseln waren die afrikanischen Trommelgruppen nicht zu überhören. Da lobe ich mir doch die gesitteten Mainzer und Köllner mit ihren „Da simmer dabei…!“ und „Helau!“-Rufen. Da landen wenigstens zur Wiedergutmachung für die Lärmbelästigung noch ein paar Bonbons auf den Balkonen der Anwohner.
Schlau und naheliegend also, dass man sich übers Wochenende absetzt und stattdessen ein bisschen Kunst zu Gemüte führt. Da hat man wenigstens das Gefühl, sich wirklich kulturell ein wenig fortzubilden. Etwa beim Betrachten von einer zwölfteiligen Bilderserie von Cy Twombly zur Seeschlacht von Lepanto. Und für solche Leute, die auch nach intensivem Hinstarren immer noch nicht verstehen, was uns denn der Künstler mit all den wirren Strichen sagen will, für den hat der Audioführer glatt eine Erklärung parat: „Aus der allegorisch überhöhenden Historienmalerei ist die expressiv selbstbefragende Darstellung einer existenziellen Schlacht geworden.“ Schade nur, dass der Satz zum Twittern zu lang war.




